1866 arbeitete Stotter-Joe eine Saison lang für einen Engländer, ich meine, er hieß Lord Valdemort. Er sollte eine Herde von „Little Furys“ nach Dumbledore ins Schlachthaus treiben. Die Arbeit mit den widerspenstigen Tieren war hart, doch der Lohn war gut. Zuerst kaufte sich Jack einen neuen Hut. Es war ein reich besticktes, wunderschönes Stück. Auf der einen Seite war die ägyptische Weizenernte zu sehen, auf der anderen die zwölf Apostel. Es war ein imposanter Hut und Stotter war zu Recht stolz darauf. Auch kaufte er sich einen neuen Sattel. Diesmal einen mit Lederbezug. Einen echten Sattel eben. Es mag seinem Hintern zu dieser Zeit wohl schon ziemlich egal gewesen sein, doch er plante für die Zukunft und wünschte sich etwas mehr Reisekomfort. Stotter war schon am Rande der Stadt, als er einen Händler sah. Dieser meinte, sein Natur-Amerikanischer-Tabak seih ein hochwertiger Tabak ohne Zusatzstoffe aus ganzen Blättern ohne Rippen. Es gäbe ihn eigentlich nur in Santa Fe, er wäre schwer zu bekommen und auch sehr teuer – Aber er wäre jeden Cent wert.
Nun, Stotter-Joe hatte Geld und Zeit. Also wartete er, bis der Händler kurz austreten musste, griff sich einen Sack Tabak und verließ die Stadt. Böse Zungen sagen, Jack hätte ständig gestohlen. Ich sage nur: Nein, dazu hatte er keine Gelegenheit. Er ritt meist durch unbewohnte Gebiete und nahm dort auch eigentlich nichts mit. Diese alte Geschichte mit dem gestohlenen Tabak? Das ist lange her. Er rauchte gerne. Er war nicht dumm und wusste genau: Teer in der Lunge tötet lang nicht so schnell wie Blei im Kopf. Und einem langsamen Gegner kann man ausweichen. Warum also sollte er nicht rauchen? Naja, wie dem auch sei. Jedenfalls, als Joe zum Camp zurück ritt, sah er aus der Ferne etwas Merkwürdiges. Ein offenbar geistig verwirrter Mann hampelte vor einem offenbar geistig verwirrten Wolf herum. Jack schoss ein paar Mal in die Luft um den Wolf zu vertreiben und ritt dann auf den armen Kerl zu. Dieser stellte sich als ein Captain Costner vor und gab an, sich ganz prächtig mit dem Tier zu verstehen, Tanzstunden bei ihm zu nehmen und auch ansonsten mit den ansässigen Indianern ganz gut zu Recht zu kommen Er lud Jack daraufhin in sein Blockhaus ein. Dieser knurrte eine Begrüßungsformel und folgte Costner. Doch diesem windigen Wicht traute Joe nicht. Der Kerl hätte sich keine zwei Tage lang im Sattel gehalten und er roch nach Duftwasser. Auch redete er ununterbrochen. Nein, das war kein Cowboy. Eher ein schlechter Schauspieler, den sie aus der Stadt vertrieben hatten. Das war ihm schon klar, bevor er statt einem Kaffee einen Latte-Macchiato vorgesetzt bekam. Glücklicherweise rannte der Gastgeber spontan aus dem Haus, als er seinen behaarten Tanzpartner durch das Fenster wieder erblickte. Stotter nahm noch das Duftwasser mit und bestieg dann auch sein Pferd um davon zu reiten. Er hoffte, mit dem Geruch lästiges Ungeziefer und wilde Tiere fernzuhalten. So richtig funktioniert hat es wohl nicht. Stotter musste den Rest trinken, meinte aber, als Getränk hätte es eine erfrischende Note. Die könnte ich jetzt auch gut vertragen.
Bestell doch noch einen für mich, dann kannst Du den Rest der Geschichte von Stotter-Joe erfahren. Das große Finale in Little Osborne. Damals, 1879. Kann ich Dir alles erzählen…













