Wenn es um das Verarschen von Touristen geht, ist Hannover ganz weit vorne mit dabei. Da fiel mir neulich eine Broschüre für die Besucher unserer schönen Stadt in die Hände, in der stand: „Die große Fontäne in den Herrenhäuser Gärten wird seit 1758 von der nach ihrem Erfinder benannten Züngel-Pumpe angetrieben, die sich noch heute in ihrem Originalzustand befindet“. Völliger Unsinn! Erfunden hat das gute Stück Johann Gottfried Teuschner, ein Ingenieur der zwar aus Hannover stammt, jedoch im Ausland studiert hat. Und zwar in Magdeburg, Nürnberg und Ulm. Vom Königreich Hannover aus gesehen lagen diese Städte damals im Ausland. Auch handelt es sich nicht um eine Pumpe, sondern um zwölf. Drei davon wurden jedoch für das Ansaugen des benötigten Wassers aus der Ihme benötigt und nicht zum Betreiben der Fontäne. Auch die angegebene Jahreszahl ist Unfug. Nach einem ersten Testlauf im Herbst 1761 vergingen noch fast drei Jahre bis die Anlage ab April 1764 ihren Dienst zuverlässig aufnehmen konnte. Bereits 1771 wurden sechs der Pumpen von moderneren englischen ersetzt, 1775 dann nochmals drei. Die verbliebenen drei Exemplare der originalen „Teuschner-Pumpe“ rotteten zwar dann noch einige Zeit im Zubringerkanal der Ihme vor sich hin, doch auch sie waren nun Geschichte, denn die Große Fontäne wurde jetzt durch einen neu gebohrten, 60 Meter tiefen Brunnen mit Wasser versorgt. Eine der wohl 1771 ausgetauschten alten Herrenhäuser Pumpen fand ihren Weg ins 1780 gegründete Londoner Industriemuseum, wurde aber 1944 bei deutschen Bombenangriffen zerstört. Von welchem chinesischen Hersteller die derzeitige Anlage stammt, ist mir nicht bekannt. Anzumerken wäre aber noch, dass der Begriff „Züngel-Pumpe“ sich auf kreisförmig angeordnete Blechstreifen (Zungen!) rund um die Einlassventile bezieht, die einen Rücklauf des Wassers in der Tauchphase des Schwimmers verhindern sollen. Das war aber schon damals nichts besonderes, jede x-beliebige Pumpe wurde so gebaut. Nein, das wirklich Neue und Revolutionäre an Teuschners Erfindung war das Prinzip von Druck, Kompression und Gegendruck, die nacheinander mittels einer Schnecke auf eine gemeinsame, sich ständig drehende Schubstange wirken. Das klingt zwar alles sehr einfach, doch mit seinen Ideen war Johann Gottfried Teuschner seiner Zeit um Generationen voraus.
Er war ein Kind Hannovers, das international neue Maßstäbe setzte.
Und die Nasenbären beim Tourismusverband können ihn in ihrer schmuddeligen Broschüre nicht einmal angemessen würdigen. Es ist eine Schande.
Hoffentlich freut er sich im Ingenieurshimmel wenigstens darüber, dass seine Heimatstadt eine Sackgasse in Bemerode nach ihm benannt hat.
DU BIST NICHT VERGESSEN, JOHANN GOTTFRIED TEUSCHNER!
Hannover Archiv
SPEED ROCK FROM HELL
“Da ist er, einer von Gottes eigenen Prototypen –
ein aufgemotzter Mutant von der Sorte,
die nie zur Massenproduktion in Betracht gezogen wurde:
zu spleenig zum Leben und zu selten zum Sterben.”
Ein Typ, seit Jahren im Geschäft, Clubs in Berlin, Hannover und Hamburg stehen auf seiner RoadMap. In den letzten Jahren ein Garant für lange Nächte im King Calavera/ St.Pauli nimmt sich nun seinen Heimatplaneten H-Town vor und bringt sein Programm „SPEEDROCK from HELL“ in die Bar „Die große Welt“ am Weidendamm.
„SPEEDROCK from HELL“ goes „Die große Welt“( www.diegrossewelt.com)
In den Metropolen reifte dieses heiße Programm vom Protagonisten DJ Rock’n Ralf um H-Town nun in Extase zu versetzen. Mit treffsicherer Auswahl wird alles an organisch treibender Musik gereicht was die Crowd braucht.
„Die große Welt“ wird zur anderen Welt – Hier regiert Lemmy und Mike Ness genauso wie Danko Jones und die Jungs von Airborne! The Unseen und The Casualities schmettern tanzbar mit Hatebreed und Agnostic Front ihre Hymnen in die Menge! The Bones, Social Distortion, Broilers, The Carburators, AntiFlag, Far from Finished, Ignite, Dropkick Murphys, Rise Against, Blood for Blood, Pennywise, The Generators, Psychopunch … die Playlist läuft so heiß wie die Drinks an der Bar kalt sind.
„Die große Welt“, eine Perle und GeheimTipp in Hannovers ClubKultur, an rockbarer Adresse im Gewerbegebiet Weidendamm gelegen, lässt kaum Wünsche offen. Keine Störfaktoren, kein Eintritt – ein Lächeln an der Bar reicht – hier machen wir die Nacht zum Tag und feiern ein hysterisches Fest.
……. das Ganze lebt vom mitmachen, also …… be there!
Hannover ist super!
Seitens meiner Redaktion wurde ich freundlich darum gebeten mal etwas Nettes über Hannover zu schreiben, sonst würde ich rausfliegen. Also tue ich es natürlich gerne und sofort. Einziges Problem: Zu Hannover fällt auch mir spontan nur Fritze Haarmann ein und den soll ich weglassen, da eine Werbung für unser schönes Städtchen gewünscht ist. Die langweiligen Herrenhäuser Gärten finde ich nicht so spannend. Da kann man nur dumpf Spazieren gehen. Stimmt nicht: Man kann da im Sommer auch prima grillen! Ob das jetzt erlaubt ist, weiß ich nicht aber an sonnigen Tagen kann man einmal quer durch den Park kommen ohne den Boden zu berühren, indem man von einer Bratwurst zur anderen hüpft. So brutal überfüllt ist es dann. Auch nicht schön. Zum Maschsee fällt mir gar nichts ein, wie auch nicht zur Eilenriede. Einige nennen sie „Naherholungsgebiete“ ich nenne sie „Verkehrshindernisse“. Ein Ansatz von Natur eben, wobei der Maschsee so natürlich nun auch nicht ist. Das einzig prägende Bauwerk ist, wie ich meine, das Ihme-Zentrum. Ein Bild davon sah ich bisher aber noch in keinem Touristen-Informationsheft. Andere Bausünden wie Roderbruch und Mühlenberg findet man dort leider auch nicht. Schade eigentlich, zeigen diese Bauten doch, dass man in den 70ern größenwahnsinnig war und zu einer Großstadt mutieren wollte. Der Versuch wurde glücklicherweise später und wie ich hoffe, endgültig zu den Akten gelegt.
Was also zeichnet Hannover aus? Vielleicht die Kiosk-Dichte. Statistisch kommen auf einen Kiosk drei Einwohner und im Schnitt sind sie alle etwa 30 Meter voneinander entfernt. Das liegt mit weitem Abstand über dem Bundesdurchschnitt. Darüber wird in den Medien aber nie berichtet. Lokale, Kneipen, Spielhöllen und Bordelle gibt es hier zwar auch, doch die findet man in Deutschland auch sonst in jeder Kleinstadt. Das muss ich also nicht erst als Eigenheit von Hannover hervorheben. Da kann ich ja gleich kommen mit: „Schaut her, Völker der Erde, Hannover hat Strom- und Wasseranschlüsse in den Häusern, sowie ein Telefonnetz!“. Nein, so etwas wird heute selbst in Sibirien erwartet. Nicht Tolles also.
Was bietet diese Stadt denn dann? Keine Ahnung. Hier ist nichts groß und nichts glitzernd. Wir haben nicht einmal einen lustigen Dialekt. Nach 22 Uhr macht sogar jeder zweite Kiosk dicht – was bei der oben genannten Anzahl allerdings kaum ins Gewicht fällt. Je länger ich so über Hannover nachdenke, desto mehr frage ich mich, warum ich überhaupt hier wohne. Warum ÜBERHAUPT JEMAND hier wohnt. Hilfe!
Ich schreibe jetzt nicht weiter, ich bin total frustriert. Jetzt nur schnell diesen Artikel bei meinen Chefredakteuren abgeben und dann noch 30 Meter weit gehen. Zum nächsten Kiosk. Prost!
Bumbier – Allbum
Musik aus und für Hannover – das ALLBUM – Musikförderung mal anders
Das ALLBUM Projekt, eine durch ausgewählte Songs regionaler Bands begeisternde CD, wurde von BUM Bier, dem Bierverlag Linden, ins Leben gerufen. Das Projekt soll lokale Musiker und Musikerinnen nicht nur finanziell unterstützen, sondern ihnen eine Bühne bieten. Das erklärte Ziel des Bierverlags lautet „Gemeinsam Bühnen schaffen“. Das ALLBUM bildet den Auftakt einer Reihe an Aktionen, die die Musikszene in Hannover unterstützen und den BürgerInnen eine größere und erschwingliche Vielfalt an Musikerlebnissen in und aus ihrer Heimatstadt zugänglich machen. Eigene finanzielle Interessen verfolgt BUM Bier, Bier und Musik für Hannover, nicht.
Das ALLBUM fördert die Bands direkt, denn die Interpreten mussten keinen Euro ausgeben, um einen Song auf dieser außergewöhnlichen Kompilation zu veröffentlichen. Zudem fließt der Verkaufserlös zu gleichen Teilen an die mitwirkenden Künstler. Möglich machen dies die Sponsoren des ALLBUM-Projekts wie Lindenrad, Sam Nok, die Gemüsekiste und weitere. Den Musikern bietet dies eine Bühne und leistet einen Beitrag zu ihrem weiteren musikalischen Schaffen.
Auf dem ALLBUM sind lokale Größen, aber auch noch unbekannte Bands vertreten. Das musikalische Spektrum reicht von FAT BELLY, HANNOVER ROBUST bis HORE. Selbst Urgesteine wie die NOETICS, steuerten einen bisher unveröffentlichten Song bei. Ebenso freuen darf man sich auf die Beiträge junger Bands der Region, die die erst- und einmalige Gelegenheit nutzten, ihr Liedgut auf CD pressen zu lassen. Das ALLBUM wird jährlich erscheinen und so zur Instanz für Musikinteressierte, um auch künftig Bands und SolokünstlerInnen kennenzulernen. Bereits in naher Zukunft wird BUM Bier viele weitere Projekte initiieren, die Bands und Fans Zugang zueinander gewähren. Bereits jetzt profitieren Musiker aus Hannover und Umgebung – kostenlos – vom musikalischen Netzwerk rund um BUM und nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des kleinen Unternehmens, um ein größeres Publikum anzusprechen. Eine Chance für Hannovers Musikszene.
Tracklist:
01. Hore – Devil in my dreams
02. Wohnraumhelden – Perle der Natur
03. Transmitter – Kick And Rush
04. Blakvise – Surrender
05. Grove – Essenziell
06. Big Tune – Hassliebe
07. Reebosound – Go to bed world
08. Onnoma – Marty
09. Fat Belly – The Weekend Song
10. Cosmic Tribe – All I want
11. Couchdivers – Ignorance is bliss
12. Noetics – Psychedelic Avengers
Wer es versäumt hat, dieses großartige Album auf dem Schmucki- Festival zu erwerben, kann dies in Onkel Olli’s Kiosk und Stehcafe - An der Lutherkirche 10- 30167 Hannover & bei Lindenrad – Ahlemer Straße 3 – 30451 Hannover & SonarPlexus Hörbar – Limmerstraße 46 nachholen.
Weitere Verkaufsstellen folgen…
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